Landschaft
Hangwasserschutz in Schwertberg Foto: Vojta Herout

Hangwasserschutz in Schwertberg

Schwertberg wird regelmäßig von Starkregenereignissen heimgesucht, die in der Gemeinde ungewöhnlich oft zu schweren Überschwemmungen führten. Das Unwetter von 23. Juli 2016 war besonders heftig und Anlass, alle Problemzonen der Gemeinde gegen Hangwasser zu schützen. Bislang wurden über 4. Mio. Euro investiert. Neben der Errichtung von 10 Rückhaltebecken, ausgeklügelten Ableitungskanälen- und Gräben, schloss die Gemeinde auch Grünbracheverträge mit Landwirten, um über 5 Hektar Steilflächen von Acker in Dauergrünland umzuwandeln. Die Retentionsräume wurden ökologisch aufgewertet, Blühwiesen für Bienen angelegt bzw. Bäume und Sträucher gegen Erosion angepflanzt.

Nutzenbeschreibung der Anpassungsmaßnahme

 
Welche Probleme wurden gelöst
Schwertberg hat sich 2016 wissenschaftliche Unterstützung von der Uni Innsbruck geholt und die Behörden (auf Landes- und Bundesebene) auf seine besonderen topografischen und geologischen Herausforderungen hingewiesen. Die Hangwasserprobleme haben in Schwertberg vorwiegend natürliche Ursachen und weniger die Folge von unbedachter Siedlungsentwicklung.

Neben vielen Eigeninitiativen der Gemeinde (das Kanalsystem flächendeckend in Schmutzwasser- und Regenwasserkanäle aufzutrennen, bei steilen Straßenstücken funktionstüchtige Einlaufschächte, Froschmäuler, oder Rückstauklappen bei der Ausleitung zur Aist zu errichten, mit Bauern Grünbracheverträge zu schließen und kleinere Rückhaltebecken selbst zu errichten) wurde ein ausgeklügelter Mix an Retentionsmaßnahmen mit Hilfe von Fachexperten und teils finanzieller Unterstützung von Land, Bund und EU umgesetzt. Ziel ist, die Hangwassergefahr für Schwertberg endgültig zu bannen. Aktuell sind mehr als drei Viertel der geplanten Maßnahmen umgesetzt.
 
Wie funktioniert die Maßnahme
RHB-Poneggenbach staut rund 43.000m³ Wasser zurück, alle 3 RHB beim Lesterl gesamt etwa 4.000m³, das RHB Windegg umfasst etwa 800m³, das RHB Broat´n 550m³, die 3 bestehenden RHB beim Sommerhaus ca 900m³, das RHB Mühlenweg 3.620m³ - insgesamt rund 53.000m³ Rückstauvolumen in 10 Rückhaltebecken.

Rund 20.000m² Privatgrund wurden in Retentionsflächen mit öffentlichen Blumenwiesen umgewandelt. Etwa 30 Bäume und über 100 Sträucher wurden angepflanzt. In den offenen Gräben fließt permanent Wasser (wertvoll für das Ökosystem), im RHB Mühlenweg wurde ein künstlicher Tümpel geschaffen und integriert.

Die Maßnahmen haben positive Effekte auf rund 60ha teilweise dicht besiedeltes Gebiet. Bei allem gebotenen Schutz - für die BürgerInnen bleibt immer ein bestimmtes Restrisiko und Eigenverantwortung. Daher unterstützt die Gemeinde auch die Aufklärungs- und Informationskampagne, wie sich Bürger selbst mit teils einfachen Maßnahmen gegen Hangwässer schützen können.
 
Ausgangszustand
Die ungewöhnliche Häufung von Überschwemmungen ist in der Gemeinde Schwertberg kein Zufall, sondern hat empirische Ursachen. Schwertberg liegt an den hügeligen Ausläufern des Mühlviertel am Rande des Machlandes. Die Topographie des Ortes zeigt viele großflächige mulden- und kesselförmige Ausprägungen. Die böhmische Masse wird teils nur von sehr dünnen Humusschichten überlagert.

An manchen Stellen stößt man bereits nach 70cm Tiefe auf das Granitgestein. Das Wasser kann daher nicht in den Boden eindringen. Der Erde ist vielerorts außerdem sehr tonhältig und bei Trockenheit ebenfalls kaum wasserdurchlässig. So strömt bei Starkregen das Oberflächenwasser in die natürlichen Senken. Am Übergang zum Machland kann das Wasser in der Ebene nicht mehr abgeleitet werden. So treten der Windegger- und Aisthofener Bach, sowie der Poneggenbach häufig über die Ufer.
 
Wie viel hat es gekostet?
Bislang wurden über 4. Mio. Euro investiert - Gemeinde Schwertberg, Land Oberösterreich, Bund (BMLRT), EU (Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung). Man erwartet ein Ersparnis bis zu €2.000.000 an Hangwasserschäden in einem Zeitraum von rund 30 Jahren.

Regenwassernutzung Hochwasserschutz Hoch- und Hangwasser Wassermangel und Dürre Bodenerosion Grünflächen in der Landschaft 

Lokalität:
Gemeinde Schwertberg
Umsetzungszeitraum:
2016-2021
Autor:
Verschiedene, die Wichtigsten: Thürriedl & Mayr (Fr. Kammler), LINZ AG (Hr. DI Heindl, Hr. Petschl).
Umsetzer:
Gewässerbezirk Linz, GLS, Porr (Ausleitung Pergerstraße-Mühlenweg), WLV (RHB Poneggenbach)
Investor:
Gewässerbezirk Linz, Gemeinde Schwertberg, AMA, LE 14-20 Programm für ländliche Entwicklung, WLV
Kontakt:
Bgm. Max Oberleitner
oberleitnerhaha.@schwertberg.at
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