Landschaft
Die mährische Toskana und die vorbildliche Öko-Farm von Petr Marada Foto: Vojta Herout

Die mährische Toskana und die vorbildliche Öko-Farm von Petr Marada

In den letzten Jahren haben die Menschen begonnen, Šardice und die malerische Landschaft um sie herum als Mährische Toskana zu nennen. Kleine Ackerflächen wechseln sich mit Wäldern, Obstgärten, Grünstreifen, Feuchtgebieten und Tümpeln mit weiteren Wasserrückhaltefunktionen. Petr Marada, ein privater Landwirt und Hochschullehrer, arbeitet seit 2007 an der Umgestaltung der ehemals intensiv bewirtschafteten Landschaft ohne Wasserelemente. Damals beschloss er, der Landschaft ihre Struktur, Vielfalt und Fähigkeit zum Wassermanagement zurückzugeben. Er ließ sich auch von alten Karten und Zeichnungen leiten, die zeigten, wo und wie das Wasser früher in der Landschaft floss. Durch die schrittweise Erweiterung der auf diese Art und Weise bewirtschafteten Grundstücke entstand ein vorbildlicher Öko-Bauernhof. Auch benachbarte Dörfer ließen sich dadurch inspirieren und viele Tierarten fanden dort wieder ihre Heimat.

Nutzenbeschreibung der Anpassungsmaßnahme

 
Welche Probleme wurden gelöst
Die ursprüngliche Absicht war es, das Gebiet vor den negativen und zerstörerischen Auswirkungen der Starkregenereignisse zu schützen. Die eingeführten Maßnahmen waren jedoch nie nur selbstzweckmäßig. Sie stellen nicht nur den Wasserhaushalt der Landschaft wieder her, sondern fördern auch die Artenvielfalt und sorgen für die Durchlässigkeit der Landschaft. Peter Maradas Öko-Bauernhof-Aktivitäten sind sozial verantwortlich, zeitlos, entwickeln das Funktionieren der Gemeinschaft und sind auch eine Quelle von Fachwissen und Informationen. Die Öko-Farm bietet auch Raum für wissenschaftliche Forschungsprojekte mit in- und ausländischen Universitäten und Forschungsinstituten.
 
Wie funktioniert die Maßnahme
Am Anfang bewirtschaftete Petr Marada 20 Ar Land, jetzt bewirtschaftet er 40 Hektar eigenes Land und weitere 30 Hektar gepachtetes Land. Er hat mehrere Feuchtgebiete und Tümpel angelegt, geeignete Landabschnitte begrünt, schwer zu bewirtschaftende Grundstücke aufgeforstet und Bäume innerhalb von Bio-Korridoren und Bio-Zentren gepflanzt.

Neue Elemente in der Landschaft haben Entwässerungslinien unterbrochen und Abflusswege konzentriert, große Teile der Bodenblöcke getrennt und alle Arten von Erosion minimiert. Dadurch wurden die negativen Auswirkungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, der Bodenabfluss und lokale Überschwemmungen bei starken Regenfällen minimiert.

Die umgestaltete Landschaft bietet auch Unterschlupf und Nahrung für Wildtiere, wobei Amphibien und einige Arten von hauptsächlich Feldvögeln zurückkehren. Im Jahr 2012 kam außerdem ein Öko-Zentrum für Information und Beratung hinzu, das es ermöglicht, lokale Erfahrungen an andere Interessierten weiterzugeben.
 
Ausgangszustand
Der Beginn der Umwandlung von Šardice und seiner Umgebung war die Bergbaukatastrophe im Juni 1970. Ein Wolkenbruch brachte verheerende Überschwemmungen und 34 Bergleute kamen in der örtlichen Braunkohlegrube Dukla durch die Wassermassen ums Leben.

Der Bergbaugeologe Miroslav Gregorovic entging nur dank eines versehentlichen Schichtwechsels dem Tod. Als späterer Bürgermeister von Šardice machte er sich dann daran, den Ort, durch den das Wasser vom Niederschlagsgebiet im Ausmaß von fast 40 Quadratkilometern fließt, widerstandsfähiger gegen solche Starkregenfälle zu machen.

Beim Grundbuchamt setzte er die notwendigen Landänderungen durch, die dann der Landwirt Petr Marada in seiner ökologischen Landwirtschaft befolgte.

Als junger Landwirt begann Petr Marada im Jahr 2007 mit der Landwirtschaft auf großen, möglichst intensiv genutzten Flächen. In Katastralgemeinde Šardice waren keine Wasserflächen, Wasserläufe sowie Maßnahmen zur möglichen Wasserrückhaltung oder -ansammlung nach starken Regenfällen vorhanden. Die Landschaft war undurchdringlich und unattraktiv. Signifikante Erosionsereignisse, Überschwemmungen und Dürreperioden waren häufig.
 
Warum ist es nicht anders
Wenn Petr Marada sich für verschiedene Arten von Maßnahmen entschied, versuchte er immer, diejenige zu wählen, die den größten Mehrwert für das lokale Ökosystem hat und für alle Beteiligten sinnvoll ist.
 
Herausforderungen und Hindernisse
Die größte Herausforderung waren die zunehmenden Probleme mit kontaminiertem und fehlendem Wasser, der Bodendegradation, abnehmender Artenvielfalt und beschädigten und undurchlässigen Flächen. Eine angenehme Überraschung war dann die Entdeckung, dass der Staat denjenigen hilft, die solche Landschaftsprobleme auf interessante Weise angehen. Das größte Problem war und ist leider immer noch die Ablehnung von Anpassungsmaßnahmen durch einige Landwirte, Bewohner von Dörfern und einige Ratsmitglieder.

Největší problémem bylo, a bohužel stále je, odmítání adaptačních opatření ze strany některých zemědělců, obyvatel obcí i některých zastupitelů.
 
Erfahrungen aus dem Betrieb
Für Peter Marada sind Familie und ein stabiler Hintergrund entscheidend für die Umsetzung solch umfangreicher und in gewisser Weise revolutionärer Maßnahmen in der Landschaft und auf dem Öko-Bauernhof. Fachliche Kompetenzen und nicht zuletzt Kenntnisse über die so genannte "Soziologie des ländlichen Raums" - also wie hier zwischenmenschliche Beziehungen, Kontakte und Gewohnheiten funktionieren - sind ebenfalls unerlässlich.
 
Wie viel hat es gekostet?
Die Gesamtkosten für die notwendige Landschaftsgestaltung liegen im zweistelligen Millionenbereich, aber es ist schwierig, die Zeit und den Aufwand zu beziffern, die für die Landschaftsgestaltung des ausgedehnten Gebietes um Šardice herum aufgewendet werden. Der Kauf der notwendigen Grundfläche war dabei eine bedeutende Investition. Dank eines sorgfältigen Managements sind seine Lebensdauer und Funktionalität nahezu unbegrenzt.

Die Einkommensquelle des Öko-Bauernhofs sind Einnahmen für Dienstleistungen an den Staat und die Gemeinden, Zahlungen für Leistungen der Landmaschinen und Zahlungen für eine extensive Produktion. Aufgrund des Bildungspotenzials des Öko-Bauernhofs sind auch Einnahmen aus Beratungs-, Betreuungs- und Bildungssaktivitäten möglich.

Die eingeführten Maßnahmen entsprechen den Anforderungen des Staates, der diese Art der Landwirtschaft mit Subventionen unterstützt. Das Gebiet wird mit eigenem Maschinenpark und kompetentem Personal verwaltet und gewartet. Durch die Anpassung der Landschaft an den Klimawandel wurde die Umweltsicherheit der Bewohner der betroffenen Gemeinden im Gemeindegebiet, aber vor allem im Außenbereich deutlich gestärkt. Die Kosteneinsparungen für die Beseitigung der Folgen von Erosionsereignissen und anderen Kalamitätssituationen belaufen sich in der Summe auf Millionen von Kronen.

Landwirtschaftliche Landschaft Biodiversität Hoch- und Hangwasser Wassermangel und Dürre Bodenerosion Grünflächen in der Landschaft 

Lokalität:
Gemeinde Šardice und Umgebung
Umsetzungszeitraum:
2007-2020
Autor:
Petr Marada und Kollektiv
Umsetzer:
Petr Marada und Kollektiv
Investor:
Petr Marada und Kollektiv
Kontakt:
doc. Dr.Ing. Petr Marada
p.maradahaha.@quick.cz
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